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23. 1559, 31 Mai. Dorothea vonn Gotts gnadenn Königin zu Dennemarken vnnd Norwegenn etc. Geborn zu Sachssenn etc. Hertzogin zu Schleswig, Holstein etc. Wittwe. Was wir in Mutterlichenn trewenn Alwege Ehrenn liebs vnd guts vermugen zuuorn. Hochgeborner Furst Freuntlicher geliepter Sohn, Weil Itzundt diser Junge auszm Landt zu Meissenn hereyner geschickt vnnd wir alhir angelangtt, haben wir als die getrew Mutter nicht vnderlassenn wollenn D. L. mit vnserm schreiben zubesuchenn, Vnnd wenn es D. L. an gesuntheit vnd sunst glucklich vnd wolferig erginge, Das höretenn wir mit erfrewen gerne Vnnd verlangtt vnns von hertzen sehre, Das wir vonn D. L. mugen erfarenn, wie es nach gelegenheit diser hendel zustehett. Habenn auch, weil wir wissenn, Das D. L. itzundt mit den Krigsrustungen vnd geschefften bemuhett vnd verhindert, Das sie nit alwege Iren Bothen ann vns senden können, Itzundt neben dissem Meisnischen Jungenn derhalbenn vnsernn eignenn dyner An D. L. schicken wollen, Vnd pitten freuntlich, D. L. wolle vnns mit demselbenn, wie es vhm D. L. vnnd sunst gelegenn, freuntlich vermelden lassenn, Damit wir vnns des gutten zuerfrewenn Vnnd herwidderumb des bösenn, Das der Almechtig gott gnedig abwende, nebenn D. L. zubetrubenn haben mugenn. Weill wir auch gestern Durch Götliche verleyhunge alhir zu Flenszburgk ankommenn, Haben wir grosz hekummernusz vnd sorge alhir fur vnns fundenn, Nachdem D. L. die gantze Burgerschafft diser Stadt wegkgefördert hatt, Wilchs wir gantz vngerne Ansehenn vnnd vermerkt habenn, Das dise D. L. furnhembste vnnd besten Stadt eyne in solcher gefahr vnd so gar blosz vnnd leddig vonn Volck sein soll. Dann, da Gott fur sey, dise Stadt mitt fewer angezundet wurde, könde sie nymandts errettenn, Das dann D. L., Irem Reych vnnd disenn leutten nicht ein geringer schade sein wurde, Wie D. L. mitt Irenn getrewen Rethen solichs weitter Christlich vnd Notturfftig behertzigen vnd erwegenn werdenn. Derhalb wir dann D. L. als vnsernn liebenn Sohn gantz Mutterlich vnd treulich pittenn, Weil doch die Burger sich sambtlich Erpietenn Andere Knechte, die gnugsam gerust vnd bemannt sein sollen, An Ire stadt gerne auszmachenn vnd verordnen, Odder aber Deiner L., was sie begerenn, Souiel gelts strax bar vber erlegenn wollenn etc., D. L. wolle diser Armenn vnderthanen Narunge vnnd handtyrunge nicht verhindern vnd sie in diser gelegenheit mit gnadenn verschonenn, Dweil doch D. L. mit anderm Krigsfolcke gnugsam gerust vnd gefast sein, Das sie die Burger nicht bedurffenn, vnd diese leutte gnedigclich erleubenn vnnd widder zu hause ziehenn lassenn. Das gereycht Deyner L. vonn ydermennigclich zu sundernn hohen Ruhm vnd ehren, Vnnd wirt Gott der Allmechtige Deine L. widderumbe ander Vnd es werdenn vnns D. L. hirinne nicht wegen segenen vnnd gluck verlehnenu. anderst als die trewhertzige Mutter wolmeynlich vermerken, wie wir vnns des zu 11*