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zeit vor all den andern vnsern geliebten Kindern zw sohnlicher wilfarung geleistet vnd hierin vber vnser muterlich gewissen genommen, Woliche wolthatt E. L. ietzo billich behertzigen vnd vns mit ferrerer betrubnus sohnlich vbersehen solt. Wan es nun an dem ist, das E. L. bruder sich vff E. L. bitt vnd beschicken mit groser vnkost vnd zerung gehorsamlich hier aus begeben vnd sich alles bruderlichen vorschubs zu E. L. gantz bestendiglich vorhoffett, So bitten wir E. L. muterlich vnd zum vleisigsten, E. L. wolle seine L. solichs ietzo nit entgelten lassen, Sonder vilmer zu hertzen zihen, was jr als einem Potentaten, die an weisheit alter vnd macht die andere jre geliebte Bruder vbertreffen, aus christlicher schuldiger liebe zuthun anstehe, vnd Got der allmechtige von derselben fordere, Vnd daneben auch nit vnzeitlich bedencken, was vor verkleinerung schimpf vnd nachrede E. L. vnd vns schier allerseitz vorwandten bey meiniglichem hieraus eruolgen mochte, da S. L. in jrer Jugent also von einem End zum andern vorachtlicher weis von vns zugesehen ziehen vnd in allem wilden rawen leben vffwachssen solte. Wie rohmlich es aber E. L. dagegen sein werde, da sie Jrem gnedigen freuntlichen lieben herrn vatter hochseliger gedechtnus, als dessen L. Nam vnd lob bey aller welt erschollen, zwehren die sohnliche lieb erzeigtenn, vff das E. L. bruder jres christlichen herrn vatters mit geniesen vnd dasselbig iedermeniglich spiren vnnd greiffen mochten. Wolichs wir dan E. L. als dem geliebten sohn hiemit alles muterlich zugemuht gefurt vnd dabey abermals zum vleisigsten gebetten haben wollen, E. L. wolle obgemelten jren brudern nit so erbarmlich vorweisen, Sonder es mit dem vnderhalt in E. L. Konigreichen oder sunst dahin richten, damit S. L. sambt derselben vorlassnen Stifft von E. L. hilff vnd trost zuempfahen, Vnd vns nit mehr vferlegt werde, dan E. L. bey Jrem sohnlichen gewissen zuuorantworten, Dan es vns nit zuerschwingen ist, Nachdem wir ohne das den andern E. L. geliebten bruder hertzog hanssen bey vns haben, S. hertzog Magnus L. nach Seiner gelegenheit zu vnderhalten. Solte nun aber bey E. L. gar nichs zuerheben sein, des wir vns doch nit wollen vorhoffen, Musten wirs dem allmechtigen gott beuelhen, Vnd wurden alsdan getrungen vnsere Kinder, die vns durch gotlichen segen ankhommen, zuerneren wie wir mochten, Vnd solten wir gleich mit jnen Armut leiden. Als dan hertzog Magnus nach endigung jrer Kranckheit in betrangter neigung ist sich an vns zuentheben vnd vmb muterliche hilff vnd vnderhalt zuschreihen. Das nun E. L. hieruff allerseitz gelegenheit vnd gottlichen zorn bedencken vnd vns Jrer sohnlichen vnd bruderlichen neigung hiemit vorstendigen werde, Auch warumb jr bruder dise ietzige vorderbliche vngnad vordient habe, Tragen wir daran kein zweiffel, Vnd bitten dessen allenthalben bey disem vnserm jungen Melchior von der Wisch allenthalben ohn uffzugigen bescheid. Verrer, freuntlicher geliebter sohn, Es ist vns vorschiner zeit, eh wir ins Land zu luneburg vorruckt, von ettlichen denischen vor glaubhafftig angezeigt worden, Als