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gesuchet umb zu vernehmen, ob er einige dergleichen ordre vom churfürsten erhalten, welches er aber negirte und seine vorige klage hierbey wiederhohlte, wie nemblich der hertzog von Neüburg sein interesse verabseümete und die pferde hinter dem wagen spannete, indem er bisz dato weder von seinen ministris jemanden anhero geschicket noch auch einigen seiner hiesigen freünde und favoriten commission ertheilet hette für jhn so wol bey dem feldhern alsz alhier zu negotijren und solche vorschläge zu thun, die plausibel und der republique annehmlich seyn möchten. Weil nun die zeit sehr kurtz, maszen der actus electionis præcise den 11 May angesetzet were, und aber præsumirlich, dasz auf dieser versamblung zu Lublin die hern senatores mit dem feldhern sich über einem gewiszen subjecto vergleichen und ein ander parole geben würden, so würde, wann solches geschehen, hernach alles zu späthe, und weder der feldherr noch die andere proceres von ihrer einmahl gegebenen erklärung ab zu bringen seyn, und wann er schon gerne hierin dem hertzog etwas zu liebe thun wolte, so würde er sich doch damit nur prostituiren, wann er vom hertzog nichtsz in commissis und auf zu weisen hette. Hierbey vermerckte ich, dasz er mit dem hertzog und seinen ministris nicht sonderlich zu frieden wär, weil er mir sagte, dasz seine fürstl. durchlaucht bey der vorigen election nur nach seinem eigenem kopffe alles hette haben wollen, und wann seine leüte kommen würden, so würden sie nichtsz anders thun alsz præscribiren. Er gab mir unter andern auch dieses zu vernehmen, dasz man am churf. hoffe sehr daran zweifelte, ob es Franckreich mit Pfaltz Neüburg aufrichtig meine; und ob zwar der cardinal Bonsi vom könige nach hoffe beruffen worden umb in den Polnischen affairen zu negotijren, so habe er doch damit nicht sein absehen auf Pfaltz Neüburg, sondern, weil man, wie der Frantzösische resident in Hamburg anhero berichtet, noch ein par andere subjecta daselbst gefunden, so werde der konig dieselbe zur Polnischen chron unter der hand vorschlagen und befordern laszen. Ferner sagte er mir, dasz anitzo für dem hertzog von Lothringen die grösseste apparenz were, und dasz nun starck daran gearbeitet würde, wie man vollendsz den feldhern gewinnen möchte, dasz die kayserin jhm ein blanquet geschicket' und printz Carl die vorhin berichtete submission gethan hette; möchte ich nur festiglich gläuben, denn er hette es von groszen und glaubwürdigen leüten gehöret. Hernach alsz jch ihm seiner negotiation fur dem chur printz gedachte, und dasz alle welt mich überreden wolte, dasz er ihm mit rechten ernst angelegen seyn liesze deszen persohn alhier recommendabel und angenehmb zu machen, albereit auch solche vorschläge getahn hette, die von groszer consideration weren bisz zum puncto mutandæ religionis, welches er zum letzten stich blath der algemeinen opinion nach halten wolte, remonstrirte er mir weitleüfftig, dasz dieses alles, wasz man von ihm redete, falsch und nichtig were, sintemahl er von seinem hern dem churfürsten keine ordre iemahlsz gehabt etwas dergleichen zu ten- 1 I Marginen: Overbeck concordat cum literis domini de Verjus, qvi dit, qve l'imperatrice veufve avoit écrit au sr Sobiesky avec un compliment de 200 mille écus au bout de la lettre.