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Der junge hertzog von Lotharingen befindet sich zwar noch alhie, erwartet aber alleine die anherokunfft seines oberstenlieutenants von der armée, welchem er hie die instruction geben vndt so dan vngeseumbt naher Warschaw senden will. Ob zwar verschiedene freunde mir bestendig berichten, das er von seinem alten hern vettern der zeit noch kein gelt zu vortsetzung seines vorhabens erhalten, so werde doch vom : graffen von Königseck :| versichert, das er von besagtem seinem vettern bey gewiszen kauffleuten zue Dantzig vndt Breslaw auff 400000 rth. credit vnd zwar auff solche weisze erhalten habe, das dieser sein gesandter die wollaffectionierte zue Warschaw, auff erfolgendem glucklichen success vndt auff jhn ausfallender königl. wahl völlig vndt gnughafftig versicheren könne. Seinem gesandten werde er etwa 30000 rth. bahr, vmb solche so gleich an orth vndt enden nutzbahrlich zue distribuieren, mittgeben, weilen er bey negstvoriger wahl woll erlernet, das ohne diesem der orthen nicht vortzuekommen. Wie jch von gar vertrauter handt vernehme, so soll : die königin in Pohlen zu diesem printzen :| kein sonderes belieben tragen, sondern noch neulich durch einen expressen deswegen anhero gesandten gewiszen pfaffen einen gewiszen Piastum oder einheimischen, welcher von gar gutem adel vndt in jungster Turckischen schlacht sich überaus woll signaliert habe, instendigst recommendiert haben, weilen aber |: die verwittibte keyserin: den andern mitt empressement bishero portiert, so solle man jhr iehnes wieder aus dem sinn gebracht haben. Eben dies, das die verwittibte keyserin Lothringen: so woll will, hatt auch vervhrsachet, das jch derselben |: das: königl. |: schreiben: noch nicht |: vbergeben, sondern bis jch |: das werck bey dem keyser :| erst woll gesetzt, weilen iehne mitt dieszem sich doch conformiert, zu ruck behalten wollen, wie man den mir auch solches vertraülich gerahten hatt. Der hiesige Churbrandenburgische minister tringet in diesem hoffe gar seher, das man mitt seinem herrn wegen dieszes negotij verträulich communicieren vndt jhme in confidenti â eröffnen wolle, wen man über iehnen, fals derselbe viehl obstacula vorfinden solte, noch meheres portieren wolle, dabey seinen churprintzen bestens dazue recommendierende, alleine, so viehl jch mercke, incliniert man dahin gar nicht. Man sagt daher, hochstbesagter churfurst habe zue Rom sich vnter der handt vmb päbstliche dispense beworben, aber abschlägige andtwortt erhalten, weilen es vor vnvmbgänglich gehalten wirdt, das der, welcher erwehlet wirdt, Romisch-catholisch sein müsze. Ja es hatt der pabst in dem anhergesandten breve, welches bey der wahl den stenden hatt sollen jnsinuiert werden, gesetzet, das auch keiner, so erst catholisch geworden, erwehlet werden möchte, alleine man hatt solches, umb diese clausulam auszulaszen, wieder naher Rom gesandt, so das man nicht zweifflet, das auch diesem werde deferiert werden. Meher erwehnter Churbrandenburgische minister ist auch an mir geweest vndt hatt eines vndt anders sondieren wollen vnter hoher contestation, das jhr churfurstl. durchl. ew. königl. m. hiervnter vom hertzen alle handtbiehtung leyhen würde, mir auch zue solchem ende dergleichen originale schreiben vorgewieszen, alleine er hatt sich seher geirret gefunden. Er hatt mir auch eine abschrifft des an dem zu War-