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ches haus zu richten, bey welchem Schweden bey einer so groszen über das haupt schwebender gefahr einen genugsahmen schutz und gegen-gewicht finden könne. Eine genaue und unzertrennliche vereinigung zwischen Dannemarck und Schweden wäre der alleinige grund, worauf die sicherheit und wohlfarth derer beyden reiche müste erbauet werden, und da jhrer beeden interets, ob solche gleich nicht schnurstracks in allen stücken gegen einander lieffen, dennoch in vielen stücken separat wären und nicht allezeit eine gemeinsahme beiwirckung zu gleichen zweck erlaubeten, so kähme alles auf die ausfindung eines mittels an, wodurch die wohlfarth und das ansehen des einen reichs mit dem anderen solcher gestalt verknüpfet oder so genau vereiniget würde, dasz jhre interets in allen stücken gemeinsahm gemachet, und jhre gesamlete kräfte zu einen zweck angewendet werden könten. Wie grosz die macht und das ansehen dieser beyden auf eine genaue weise verbundenen krohnen nicht nur in Norden, sondern in gantz Europa werden, und welche independentz und sicherheit, auch flor und wachsthum an commercien und sonsten daraus flieszen würden, leuchte von selbsten jedermann in die augen. Es fände sich ohne hin zwischen beeden reichen eine gleichheit von religion, nation und sprache, die natürliche situation trete mit bey, und mangelte nichts, als dasz die annoch separirte interets vereiniget und zu gleichen ziel hingeleitet würden. Die eintzige hierbey etwan noch vorwaltende bedencklichkeit, dasz die vereinigung eines erb- und wahl-reichs nicht wohl mit einander bestehen und der verfaszung und freyheit des letzteren gefährlich und nachtheilig werden mögte, falle bey einer un- præoccupirte überlegung von selbsten hin, dann so würde Schweden eines theils durch eine wohl gefaszete capitulation sich dagegen zulänglich in sicherheit setzen, andern theils auch auf den fall, dasz solcher entgegen gehandelt werden wolte, sich durch seine eigene macht genugsahm dagegen schützen, auch von der ialousie anderer puissances den mächtigsten beytritt erwarten können. III. Diese und andere dergleichen insinuationes, welche jhm die conjoncturen und der innerliche zustand von Schweden noch weiter an die hand geben mögten, hat er zu suchen auf eine adroite und dabey best-mögligst behutsahme weise in das publicum zu bringen umb zu vernehmen, wie solche idées von selbigem, insonderheit aber von denen drey niederen stände des reichs, angesehen werden; und wo er eine oder mehrere zuverläszige persohnen zu dieser absicht bequehm und willig finden, und dabey erachten solte, dasz solche in der sache von einigen gewicht seyn und mit success daran arbeiten können, hat er solche mit versprechung von ansehnlichen remunerationen an sich zu ziehen und beyzubehalten, auch an uns allerunterthänigste vorschläge deswegen zu thun, auf welche wir allezeit denen umbständen nach allergnädigst reflectiren wollen. IV. In ansehung derer verschiedenen in Schweden seyenden partheyen finden wir nicht wohl thunlich, ihm einige maasz-reguln allergnädigst vorzuschreiben, sondern wie wir diesen punct seiner eigenen conduite überlaszen, so finden wir nur nöthig dasjenige, so in