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tiret, 23 Dec. 3 Jan. vermuthlich in der hoffnung sich, wann er solte erwählet werden, einmahl durch ihn zu soûteniren:. Jch habe gleichwohl am da ich bey ihm asz, einen versuch gethan um ihn in ew. königl. maytt. interesse zu ziehen, ich sagte ihm gantz deutlich und mit wenig worten: que vôtre majesté m'avoit dit, que je trouverai en lui un bon Danois, qu'il devoit se souvenir d'un discours, qu'il avoit tenu à vôtre majesté il y a 4 ans 1, et que, s'il etoit encore dans les mêmes sentiments, qu'il seroit maintenant en état de les executer et de faire par là les affaires de sa patrie et les siennes. Er antworthete ohne sich zu decontenanciren, dasz er sich gantz wohl erinnere, was er mit ew. königl. maytt. zu der zeit gesprochen, er versichere mich auch, dasz er nie vor den hertzog von Holstein wäre portiret gewesen, allein es sey ein torrent gewesen, dem man hätte folgen müszen: wann ew. königl. maytt. zwey printzen hätten, so würde die wahl auf einen derselben fallen zu machen faisable seyn, anjetzo aber wolle er mir nicht bergen, dasz es vor dem chronprintzen sehr schwer seyn würde. Die idée mit der zeit als eine provintz regieret zu werden, wäre der nation sehr anstöszig, das letztere armement hätte auch dieselbe etwas eloigniret, wornechst er in dem discours, ohne gleichwohl den hertzog von Zweybrücken zu nennen, einflieszen liesz, dasz es leichter seyn würde, die princesse alhie zu etabliren. Er insinuirte mir auch zugleich, dasz die wahl, auf wem sie auch fallen könte, unanimiter geschehen müsze, weil, wann man die sache tumultuairement machen wolte, es keinen bestandt haben würde. Er sagte ferner, dasz der geheime ausschusz zuvorderst die successions - materie, ehe sie an die stände gebracht würde, untersuchen und developpiren solte, und nachdem ich ihn geantwortet, dasz ich eben wie er der meynung, dasz die wahl nicht tumultuariter sondern unanimiter durch alle vier stände geschehen müste, auch zugleich seine andere einwürffe beantwortet hatte, so war seiner seits der schlusz des discours, dasz es nicht das letzte mahl seyn würde, dasz wir mit einander darüber zu sprechen. Indeszen, ob er gleich drey tage darauf in der visite zu mir kahm, fing er doch nicht wieder an davon zu reden, und ich hielte es auch bedencklich davon anzufangen. 7 Jan. Mit dem Frantzös. ambassadeur aber habe ich am 27 Dec. abermahl eine lange unterredung gehabt, worzu er mich, weil er wegen eines cathars nicht ausgehet, hatte einladen laszen. Er gab mir in derselben nachricht von denen von seinem hoffe erhaltenen reïterirten instructionen um mit mir de concert zu gehen und wo möglich die succession auf ihro königl. hoheit den crohn-printzen zu bringen; er versicherte mich hierbey von der aufrichtigkeit, mit der er in der sache zu arbeiten bereit wäre; er liesz abermahl einige inquietude spühren wegen eines in der stadt ausgebreiteten gerüchts, so mir auch von anderen zu ohren gekommen, als ob ich mit dem Englischen ministre de concert zu gehen beordert wäre, worüber ich ihn aber rassurirte. Er wolte hiernechst wiszen, ob ich einige hoffnung hätte, vor ihro königl. hoheit zu reussiren, als welches, seiner meynung nach, sehr schwehr 1 Jvf. J. Möller: Mnemosyne, 3 D., S. ccvj f.