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1106 alles dieses war umsonst, dann sie sich nicht nur der wieder sie aufgeführten 6 canonen bemächtiget, sondern auch gegen die jhnen im weg gestandene milice mit solcher gewalt eingedrungen, dasz selbige, theils weil sie auch keine lust hatte wieder ihre brüder, wie sie sagten, zu fechten, theils aber weil sie, wie man meynt, nur beordert war sich jhnen ohne auf sie zu feuern so lange möglich zu wiedersetzen, endlich sich genöthiget gesehen zu weichen und jhnen den eingang nach der stadt frey zu laszen, worauf sie dann auch des mittags ohngefehr bey 3000 mann starck und meist alle mit gewehr versehen in der grösten ordnung und mit fliegenden fahnen und klingenden spiel würcklich einmarchiret sind'. do Ehe es inzwischen noch hierzu gekommen, war am sonnabend der obrist-lieutenant von Lingen als courier von Abo hier eingetroffen und hatte den zwischen denen Ruszischen und Schwedischen plenipotentiarien unterzeichneten præliminair-frieden mit sich gebracht, wordurch Ruszlandt über das vorhin accordirte annoch einen theil von Kymenegaards- und auch der czaarowitz auf seine prætension an Schweden renunciiret haben soll ohne sich über den punct von Dännemarcks befriedigung weiter zu erklähren, als dasz hiernechst darüber negotiiret werden könte. Nyslotts-lehn zugestanden, auch d Nachdem nun dieser frieden denen ständen in dem gestern gewesenen pleno communiciret worden, so haben der adel-, priester- und bürger-standt, die doch alle wegen des in der stadt seyenden tumults nur sehr schwach versamlet waren, auch sogleich selbigen pure und ohne einige clausul wegen Dännemarcks zufriedenstellung hinzuzufügen ratificiret. Es wurde hierauf, weil man sich einbildete, dasz die zeitung von dem geschloszenen frieden mit Ruszlandt den tumult stillen könne, auch noch gestern sothaner frieden an allen ecken der stadt unter trompetten und paucken solenniter publiciret, der wahl-tag vor den bischoffen aber soll gleichwohl heute noch ausgesetzet seyn. wurde ich von graff Des tages zuvor, ehe noch der von Lingen alhier Gyllenborg annoch zu einer conferentz, die ich gestern und zwar über die an Schweden zu leistende hülffe, und ob man sich selbiger, fals wir von andern mächten solten angegriffen werden, dennoch zu getrösten, hätte haben sollen, invitiret; nachdem aber durch ermeldten von Lingens ankunfft die gestalt der sachen sich so sehr verändert, so wurde auch diese conferentz unter dem vorwandt, dasz der senat mit stillung der durch die Dahler verursachten unruhe zu sehr occupiret wäre, wiederum abgesaget. Ob nun zwar der bauerstandt bey allen diesen umständen annoch fest hält und sich über den mit Ruszlandt geschloszenen frieden heute noch per extractum protocolli dahin erklähret, dasz gleichwie er den frieden mit dem successions-werck keines weges meliret, sondern nur, was den erstern anlange, selbigen jederzeit höchlich gewünschet habe und noch wünsche, was aber 1 dont effectivement le spectacle etoit une chose aussi singuliere que lugubre (Berck. til Schulin 21 Juni 2 Juli