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unterfangen, Esz ist aber solches nicht gelungen, in deme der Carolus sich auf sein gebuhrtsRecht beruffen, zu dem Degen gegriffen und durch seine Tapfere und siegreiche Waffen, weil er das Recht auf seiner seite gehabt, die Engeländer ausz Franckreich gar vertrieben und seinen Erb- und geblühtsthron stadtlich verfochten und erhalten, wie davon Carolus Molinæ an obangezogenem ohrte mit mehrem schreibet. In Teutschland finden sich verschiedene Exempla, da sich Teutsche Chur- und Fürsten auch unterfangen von ihren Reichs Lehenbaren Fürstenthümen und Fahnen Lehnen zu testiren und ausz den Schrancken der Regal succession und Lehensfolge, sonderlich in linea Collaterali, zu schreiten, ist aber selten ohne streit abgangen oder wolgelungen, sondern vielmehr unruhe und materia Belli darausz entstanden. Als Pfaltzgraf Philipps Churfürst seinen Sohn Ruprechten an Hertzog Georgen zu Beyern desz Reichen genannt Tochter verheyrahtet, und dieser nicht allein seine grosze Bahrschaften und Schätze, so wol Königlich gewesen, sondern auch seinen antheil desz Hertzogthumbs Beyern, so er Feudi et Sangvinis jure beseszen, dem Pfaltzgrafen verschaffet, Ist darüber bey Kayser Maximilian dem ersten geklaget und befunden, dasz solches contra Imperii leges und LehenRechten geschehen, und der Pfaltzgraf sich an die Kayserl. monitoria und Verordnunge nicht genügen laszen wollen, sondern nach desz Testatoris Todt deszen antheil mit den Waffen erstreiten und behaupten wollen, ist darausz ein schädlicher Krieg in Teutschland, so dem Churhause Pfaltz höchst schädlich gefallen und Bellum Bavaricum genannt worden, entstanden, Und wiewol der Pfaltzgraf auf die Frantzösische Bündnusz ein grosz Facil gemachet und von Franckreich zu diesem Kriege angereitzet, ist er doch von Franckreich deseriret und verlaszen worden, wie Chytræus in seiner Saxonia lib. 5. fol. 139. davon neben andern Historicis schreibet. Hertzog Georg zu Sachsen, der ein sonderlicher feind der Augsburgischen Confession gewesen, hat auch ein Testament gemacht und seinen Herrn Bruder Hertzog Henrichen und deszen Söhne Hertzog Mauritzen und Augustum zu Sachszen, als nehesten Lehensfolgern und StammErben, darin adstringiren wollen, dasz Sie anderer gestalt nicht succediren solten, Sie hätten sich dann vorhero obligiret, die Catholische Religion in seinem antheil desz Hertzogthumbs Sachszen nicht zu endern, im wiedrigen fall dem Kayser Carolo 5. und deszen Bruder König Ferdinando seyn Fürstenthumb legiret, So haben doch die Hertzogen zu Sachszen, als Stamm und BluhtErben, das Fürstenthum proprio jure et auctoritate occupiret